25. November 2022

In weiten Teilen Europas tritt das Vogelgrippe-Virus seit einiger Zeit vermehrt auf. Aufgrund des Gefahrenpotenzials und der unsicheren Risikolage hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vorbeugende Massnahmen verfügt und die ganze Schweiz zum Vogelgrippe-Kontrollgebiet erklärt. Im Fokus steht dabei, den Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern.

Wir bitten Sie deshalb um Ihre Unterstützung bei der Seuchenvorsorge:

Tot aufgefundene Wildvögel sollten aus Sicherheitsgründen generell nicht angefasst werden. Tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel sowie der Fund von mehreren toten Singvögeln am gleichen Ort sind der Polizei (Telefon 117) zu melden. Diese leitet die nötigen Massnahmen ein.

Geflügelhaltende sind zur Registrierung gemäss Art. 18a der Tierseuchenverordnung verpflichtet. Noch nicht beim kantonalen Veterinäramt angemeldete Geflügelhaltungen (auch Kleinst- oder Hobbyhaltungen) sollen sich online registrieren. Link: https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/tiere/registrierung-von-tieren.html#1971072256

Die Geflügelhaltenden sind verpflichtet, die folgenden durch das BLV angeordneten Massnahmen zu treffen bzw. einzuhalten. Diese Massnahmen gelten schweizweit ab dem kommenden Montag, 28. November 2022 und bis mindestens 15. Februar 2023.

Masssnahmen zur Haltung

  • Halten Sie das Hausgeflügel im geschlossenen Stall oder in einem anderen geschlossenen Haltungssystem.
  • Beschränken Sie den Auslauf des Hausgeflügels auf einen vor Wildvögeln geschützten Bereich (Aussenklimabereich, auch Wintergarten genannt). Dieser muss überdacht und an allen Seiten mit engmaschigem Gitter versehen sein, sodass keine Wildvögel eindringen können.
  • Ist dies nicht möglich, stellen Sie sicher, dass Futter- und Wasserstellen für Wildvögel nicht zugänglich sind, d.h. füttern und tränken Sie die Tiere ausschliesslich im geschlossenen Stall. Zudem dürfen die Tiere den Stall nur zu Auslaufflächen und Wasserbecken verlassen, wenn diese durch Zäune oder Netze mit einer Maschenweite von maximal 4 cm allseitig gegen das Zufliegen von Wildvögeln geschützt sind.
  • Halten Sie Hühner getrennt von Gänsen und Enten.

Betriebliche Massnahmen

  • Sie verhindern das Einschleppen des Virus in die Tierhaltung über Personen und Geräte.
  • Dazu beschränken Sie den Zutritt für Personen zu den Tieren auf das Notwendigste.
  • Sie richten eine Hygieneschleuse ein.
  • Wer die Geflügelhaltung betritt, zieht die bereitgestellten Stallkleider und Stallschuhe an und wäscht und desinfiziert die Hände vor dem Betreten sowie beim Verlassen der Tierhaltung. Stallkleidung muss regelmässig gewaschen bzw. gereinigt werden.

Meldepflicht von krankem und totem Geflügel

  • Sie müssen krankes Geflügel (Atemnot und andere Atemwegssymptome, Fressunlust, stumpfes und struppiges Federkleid, apathische Tiere, zum Teil mit verdrehtem Kopf), plötzliche Todesfälle oder abrupten Rückgang der Legeleistung umgehend Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt melden. Diese entscheiden über das weitere Vorgehen und stehen mit dem Veterinäramt in Kontakt.
  • Tierhalterinnen und Tierhalter, die mehr als 100 Stück Geflügel halten, müssen Aufzeichnungen zu umgestandenen Tieren und besonderen Krankheitsanzeichen machen.

Tierverkehr

Es wird darauf hingewiesen, dass Märkte, Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen, an denen Geflügel aufgeführt wird, verboten sind. Der Tierverkehr ist im weiteren nicht eingeschränkt. Es wird jedoch empfohlen, nur Geflügel in die eigene Haltung zu bringen, dessen Herkunft bekannt ist.

Die aktuell geltenden Bestimmungen sind auf der Spezial-Website zh.ch/vogelgrippe verfügbar.

Wir danken für Ihre Mithilfe, damit sich die Vogelgrippe nicht auch in anderen Geflügelhaltungen ausbreiten kann.