7. Juli 2026

Die starken Niederschläge vom 30. Juni 2026 führten in unserer Gemeinde zu zahlreichen Überschwemmungen. Betroffen waren Keller, Tiefgaragen, Strassen und Wege sowie weitere Infrastrukturen. In dieser herausfordernden Situation zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll der Einsatz unserer Feuerwehr und der unterstützenden Organisationen für die Bevölkerung ist.

Grosseinsatz für die Feuerwehr

Gegen 20.30 Uhr alarmierte die Einsatzleitzentrale die Feuerwehr Rafz/Wil. In der ersten Stunde gingen rund 100 Schadensmeldungen beinahe im Minutentakt ein. Für die Einsatzleitung und den Feuerwehrkommandanten Fritz Hoch war rasch klar, dass zusätzliche Unterstützung erforderlich sein würde. Deshalb wurden die Feuerwehr Eglisau sowie Angehörige der Zivilschutzorganisation Bülach-Rafzerfeld zur Verstärkung aufgeboten.

Insgesamt standen rund 60 Einsatzkräfte im Einsatz. Sie arbeiteten sich von Haus zu Haus vor und pumpten die überfluteten Keller so weit aus, wie es die Situation erforderte. Ziel war es, den Wasserstand auf ein Minimum zu senken, damit keine grösseren Gebäudeschäden entstehen und keine unmittelbare Gefahr – beispielsweise durch elektrische Installationen – mehr besteht.

Bei einem Grossereignis mit einer Vielzahl gleichzeitig betroffener Liegenschaften ist es jedoch nicht möglich, jeden Keller vollständig leer zu pumpen. Die verfügbaren Einsatzkräfte und Mittel müssen so eingesetzt werden, dass möglichst vielen Betroffenen rasch geholfen werden kann. Dies unterscheidet sich von einem einzelnen Schadenfall, bei dem sich die Feuerwehr auf eine einzige Liegenschaft konzentrieren und diese in der Regel vollständig auspumpen kann.

Besonders anspruchsvoll waren die Einsätze in den Tiefgaragen, da sich Öl und Treibstoff mit dem Wasser vermischt hatten. Dadurch mussten die Arbeiten mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden.

Neben den enormen Niederschlagsmengen sorgten auch starke Windböen für zusätzliche Einsätze. Umgestürzte Bäume sowie abgebrochene Äste mussten von Strassen und Dächern entfernt werden, um weitere Sach- oder sogar Personenschäden zu verhindern.

Erst in den frühen Morgenstunden des 1. Juli beruhigte sich die Lage allmählich. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr rund 150 Einsätze auf dem Gemeindegebiet von Rafz. Auch am Folgetag gingen weitere Notrufe ein.

Was war die Ursache der Überschwemmungen?

Ursache für die Überschwemmungen war ein lokaler Starkregen über dem Rafzer Siedlungsgebiet, wie er in den letzten 50 Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Die ersten Erkenntnisse zeigen, dass Liegenschaften an den unterschiedlichsten Standorten im Gemeindegebiet betroffen waren. Ein direkter Zusammenhang mit dem Landbach bestand nicht.

Die Hauptursache lag vielmehr in der Kanalisation. Während des Starkregens gelangten innerhalb kurzer Zeit aussergewöhnlich grosse Wassermengen in das Kanalisationsnetz. Besonders ältere Liegenschaften verfügen häufig über keine Rückstausicherung. Stösst die Kanalisation an ihre Kapazitätsgrenzen, entsteht ein Rückstau und das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes. Dadurch kann Abwasser über Bodenabläufe oder Anschlüsse von Waschmaschinen und anderen Entwässerungsleitungen in die Keller zurückgedrückt werden.

Eine wirksame Schutzmassnahme gegen solche Schäden sind sogenannte Rückstauklappen. Sie verhindern, dass Abwasser aus der öffentlichen Kanalisation in private Entwässerungsleitungen zurückfliesst, indem sie bei steigendem Wasserstand automatisch schliessen. Eigentümerinnen und Eigentümern wird empfohlen, ihre Liegenschaft hinsichtlich eines solchen Rückstauschutzes überprüfen zu lassen.

Ein herzliches Dankeschön an die Feuerwehr

Der Gemeinderat spricht allen Angehörigen der Feuerwehr Rafz/Wil seinen herzlichen Dank aus. Die Einsatzkräfte haben ihre Freizeit und vielfach auch ihren Schlaf geopfert, um der Bevölkerung rasch und kompetent zu helfen.

Ein besonderer Dank gilt auch der Feuerwehr Eglisau sowie der Zivilschutzorganisation Bülach-Rafzerfeld für ihre wertvolle Unterstützung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Dank dem gemeinsamen Einsatz konnten die zahlreichen Schadenplätze rasch bearbeitet und grössere Folgeschäden verhindert werden.

Solche Ereignisse zeigen eindrücklich, wie unverzichtbar das Engagement freiwilliger Einsatzkräfte für den Schutz unserer Gemeinde ist.

Die Feuerwehr sucht Verstärkung

Die Feuerwehr lebt vom Engagement ihrer Angehörigen. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen – unabhängig von Beruf oder Vorkenntnissen. Entscheidend sind die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sowie der Wille, Menschen in Not zu helfen.

Interessierte erhalten eine fundierte Ausbildung, erleben eine starke Kameradschaft und übernehmen eine abwechslungsreiche und sinnstiftende Aufgabe.

Wer sich unverbindlich informieren oder der Feuerwehr beitreten möchte, kann sich direkt beim Feuerwehrkommandanten Fritz Hoch melden. Jede zusätzliche Einsatzkraft stärkt unsere Gemeinschaft und trägt dazu bei, dass auch künftig schnell und zuverlässig Hilfe geleistet werden kann, wenn es darauf ankommt.

Ansprechpersonen für Medien

  • Gemeindepräsident Kurt Altenburger, Telefon 079 316 41 71
  • Feuerwehrkommandant Fritz Hoch, Telefon 079 312 23 14